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Ein Forum für den Ausdruck der kulturellen Identität der Völker und Ethnien Nordafrikas und Westasiens im Postkolonialismus und ein Beitrag zur Entstehung von Nationalstaaten mit einer hybriden Identität. Befindet sich die Identität in einem Zustand des Wandels oder der Stabilität?

Zusammen mit dem Künstler und Gastkurator Ammar Hatem realisiert das Museum Friedland, unterstützt vom Migrationszentrum für Stadt und Landkreis des Diakonieverbandes Göttingen und der Gesellschaft für bedrohte Völker e. V. eine Ausstellung mit dem Titel „Zukunft Kollektiv“ rund um das Thema der kulturellen Identität der Völker und Ethnien Nordafrikas und Westasiens im Postkolonialismus.  

In ihren künstlerischen Arbeiten setzen sich sechs Künstler*innen mit der Frage auseinander, ob sich die Identität in einem Zustand des Wandels oder der Stabilität befindet. Ihre Kunstwerke machen aufmerksam auf die Probleme von Minderheiten, die aufgrund von Geschlecht, Religion oder ethnischer Zugehörigkeit Benachteiligungen erfahren. Unter dem Motto „Vielfalt und Dialog versus Marginalisierung“ möchte die Ausstellung eine Diskussion um Teilhabe am gesellschaftlichen Diskurs jenseits von Assimilierung oder Ausgrenzung anregen.

Die Entstehung von Nationalstaaten in verschiedenen Regionen der Welt während der Epochen des Kolonialismus, der Moderne und Globalisierung hatte die Bildung von hybriden Identitäten und eine Zusammenführung von diversen Sprachen, Dialekten und Kulturen zur Folge. Bei diesem Prozess der Homogenisierung fehlt es häufig an Anerkennung der zahlreichen Kulturen und Ethnien. Dabei werden die vielfältigen Sprachen, Rituale und künstlerischen Positionen verdrängt und unterliegen dem Zwang, sich in den Schmelztiegel der hybriden Identität zu integrieren. Der Grundsatz der Inklusion wird dabei außer Acht gelassen. Diese Marginalisierung reicht von kultureller Ausgrenzung bis zur Unterdrückung, die mit Gewaltanwendung, Inhaftierung und Völkermord einhergeht.

Die Ausstellung „Zukunft Kollektiv“ appelliert an gesellschaftliches Engagement, fördert die kulturelle Vielfalt in der Gesellschaft und hat die Inklusion und die Gleichstellung aller Teile der Gesellschaft zum Ziel.

Die künstlerischen Arbeiten geben einen Anstoß zum Umdenken und regen einen Perspektivwechsel an, indem sie dazu einladen, einen neuen Standpunkt und neue Sichtweisen einzunehmen. Ausgangspunkt ist die Region „NAWA“. „NAWA“ bezeichnet die Regionen Nordafrika NA* und Westasien WA*.

In den sechs Beiträgen zur Ausstellung werden verschiedene Aspekte aufgegriffen und in unterschiedlicher Weise präsentiert. Tewa Barnosa interessiert sich für die Sprache und ihre Elemente sowie die Rolle der Literatur im Kampf gegen die Tyrannei. Dr. Haneef Shareef schreibt Gedichte und Kurzgeschichten. Hierin zeigt sich sein Engagement für das Leben in seinem Herkunftsland, den Bergen von Belutschistan. Sarai Meyron setzt sich in ihrem Podcast Art Life mit existentiellen Themen wie der Herkunft, Rollen- und Geschlechterzuweisung auseinander. Ilayda Çakir präsentiert ein Video zum Thema kulturelle Identität zwischen Orientalismus und Patriarchat und der Rolle der Frau. Dr. Maher Farkouh nähert sich von wissenschaftlicher Seite dem zentralen Thema, der hybriden Identität und ihrer Rolle. In einer Video-Performance thematisiert Bahzad Sulaiman die Bedeutung von Farben und ihre Funktion als Ausdruck von Widerstand.

Die Kunstwerke und Beiträge werden sukzessive im wöchentlichen Turnus online gestellt:
24. Oktober: Tewa Barnosa
31. Oktober: Haneef Shareef
7. November: Sarai Meyron
14. November: Ilayda Çakir
21. November: Maher Farkouh
28. November: Bahzad Sulaiman

 

Die Ausstellung ist gefördert durch die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung, durch den Landschaftsverband Südniedersachsen sowie durch den Landkreis Göttingen und konnte dank ihrer Unterstützung realisiert werden.