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Art Life

Die Sound Installation "Art Life" ist eine eigenständige persönliche Momentaufnahme des Lebens als israelisch-jüdischer Mensch in Deutschland. Sie besteht aus acht Folgen. Der rote Faden, der die Folgen zusammenhält, ist der Verweis auf eines meiner Kunstwerke, das oft nur in einem Nebensatz erwähnt wird. Jede Folge wird mit Bildern des Kunstwerks erweitert, um das Bedürfnis nach Ausdruck und damit die Notwendigkeit von Kunst im Leben zu vermitteln.

Sie sind im Stil eines Bewusstseinsstroms geschrieben, der eine Mischung aus Gedanken, Erinnerungen, Assoziationen und einer Interpretation meiner jüdisch-israelischen Identität ist. In der Folge „Naked Phase“ beispielsweise spreche ich über die Motivationen des Umzugs von Israel nach Deutschland, sowie über Aktivismus im Zusammenhang mit Diskriminierung. Ich trete ihnen entgegen, indem ich meinen weiblichen Körper als ein Erbe betrachte. Als feministischen Akt habe ich den Texten eine Körperlichkeit hinzugefügt, in der ich auf explizite und provokative Weise über den weiblichen Körper und seine Funktionen schreibe. Ich benutze den Körper als Referenz zu Heimat und als Botschaft, auf der meine jüdische und generationsübergreifende Identität geschrieben steht, wie im Performance-Text zur Folge ‚Naked Phase‘ zu hören ist. Dort sage ich: „Mein Körper ist eine Überlieferung dieser [Vormütter], brüllend vor mir, ein Denkmal mit einer Geschichte, eingemeißelt in mein Gesicht, in meine Narben und meinem ausländischen Akzent.“ In der Folge ‚Keine wärmenden Worte‘ assoziiere ich zwischen Nazis, der Farbe braun und Scheiße. Ich reflektiere über den Restitutionskampf meiner Großmutter mit den Post-Nazi-Deutschen, den sie nie abschließen konnte.

In den Aufnahmen der Texte hört man Atem- und Mundgeräusche und eine Stimme in der Nähe eines Mikrofons. Dadurch werden sie beim Hören ganz nah erlebt, was die Intimität, die die Texte ausdrücken, noch verstärkt. Zudem ist es konzeptuell bedeutsam, dass ich selbst die Folgen einspreche, weil es eine Metapher für die Wirkung von etwas Persönlichem ist, das von innen nach außen, vom Kehlkopf an die Luft kommt.

Ich hoffe, mit dieser Ausstellung eine künstlerische Darstellung des Phänomens junger Israelis zu geben, die sich für ein Leben in Deutschland entschieden haben. Ich möchte mit Menschen mit verschiedenen Hintergründen teilen, wie es ist, heute ein*e Jude*Jüdin in Deutschland zu sein, auch um damit die Aufmerksamkeit auf modernen Antisemitismus und andere Diskriminierungsformen zu lenken.

Vielen Dank für Eure Zeit und Euren Besuch bei dieser Online Ausstellung. Einen besonders herzlichen Dank an das Museum Friedland, den Kurator Ammar Hatem und Prof. Martin Krenn.

 

 

Israel

Israel

 

 

 

 

No Words of Warmth

 No Words of Warmth

 

 

 

 

Performing Aloud

 

 

 Perfoming Aloud

 

 

 

 

Naked Phase

 

 

Naked Phase

 

 

 

 

Friendship Booklet

 Friendship Booklet

 

 

 

 

 

Escapism

Escapism

 

 

 

 

Simcha Giacometti

Simcha Giacometti

 

 

 

 

Apply Yourself

Apply Yourself

 

 

 

 

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