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Kesk, sor, zer (2021)

Im Video "Kesk, sor, zer" (grün, rot, gelb) wird das Thema der Farbsymbolik thematisiert. Vor allem, wenn diese Symbolik zu einer Belastung für eine Minderheitengruppe unter einer Diktatur wird. Eines dieser Symbole sind drei Schnüre, grün, rot und gelb gefärbt. Diese drei Schnüre werden zu einem Strick geflochten und wie ein Band um das Armgelenk angelegt. Dies gilt als Beweis dafür, dass die Person, die es trug, sich als Kurde bezeichnete.

Die Video-Performance konzentriert sich auf Menschen, die Ungerechtigkeit erlebt haben, weil sie an die Symbolik dieser Farben geglaubt haben. Das Video enthält viele Zitate von Menschen, die aufgrund ihrer kurdischen Identität Opfer von Verfolgung und Gewalt geworden sind. Diese Zitate stammen aus Interviews, die ich mit einigen dieser Menschen geführt habe. Die Performance wird von Musik im kurdischen Stil begleitet.

 

 

„Die Polizei hielt mich auf einer der Brücken in der Stadt Qamishli an. Sie befahlen mir meine grünen, roten und gelben Klebestreifen von meinem Fahrrad zu entfernen. Aber sie ließen mich die Klebestreifen nicht mit meinen Fingern entfernen, sondern ich musste sie mit meinen Zähnen entfernen.“

„Die Polizei zerstörte die Waren des Verkäufers, bei denen es sich um Gemüse handelte, weil sie zufällig viele grüne, rote und gelbe Paprikaschoten enthielten.“

„Ich hatte einen schwarzen Schal, auf dem kleine Zeichnungen drauf waren. Diese waren grün, rot und gelb eingefärbt. Weil ich den Schal trug, ließen sie mich nicht in die Schule rein.“

„Als ich Schüler in der High-School war, schlug mir der Erzieher ins Gesicht, weil ich nicht der Arabischen Baath Partei, der regierenden Partei in Syrien, beitreten wollte.“

„Mein Name ist Azad, wegen meines Namens habe ich täglich alle Formen von Leid und Rassismus in der Schule durchlebt.“

„Da war täglich ein morgendliches Treffen für Schülerinnen und Schüler in der Schule.  Bei einem dieser Treffen sah mein Lehrer einen grünen, roten und gelben Faden an meinem Arm. Er rief mich, begann mich zu beleidigen und zu schlagen und schrie sehr laut: Das ist das Schicksal der Separatisten.“

„Meine Familie konnte keine Geburtsurkunde für mich bekommen, weil sie mir einen kurdischen Namen geben wollten.

„Daher habe ich jetzt einen arabischen Namen in meinem Ausweis und einen kurdischen Namen, der meine Identität ausdrückt.“

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